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Dies Irae - keiner kommt hier lebend raus:
- eine zweiwöchige Inszenierung von THE PIUSSISTERS (Angela Hildebrandt und Petra Pfirmann) über die gesamte Fläche des ehemaligen Bahnwärterhauses in Esslingen.

16. bis 28. November 2010

Innerhalb der soziologischen Systemtheorie besteht eine Kontroverse darüber, aus welchen strukturellen Elementen soziale Systeme bestehen. Nach Talcott Parsons sind es Handlungen, bei Niklas Luhmann sind es Prozesse der Kommunikation, die soziale Systeme konstituieren. Auch Kommunikation ist eine Handlung (z.B. Sprechakte) und oberflächlich betrachtet scheint dies ein Streit um Worte zu sein. Tatsächlich ergeben sich aber aus der Wahl des Grundbegriffs theoretische und empirische Konsequenzen: "THINK PIUS!"
 

DIE KIRCHE IM DORF LASSEN!
 
"THINK PIUS!", bedeutet, das Dorf samt der Kirche in die Galerie zu holen.
Der Handlungsrahmen von "Dies Irae" ist eingebettet in das normative Gewebe des Kirchenkalenders und die Sinnarchitektur der christlichen Kirche, was die Wahrscheinlichkeit der Verständigung zwischen den beteiligten Akteuren erhöht.
 
DAS DORF:
18 Künstler und ein Chor treten in den Kontext.
The piussisters setzen die Ergebnisse ihres Schaffens in den Raum- Zeit- Kontext, um mit Künstlern gleicher und anderer Disziplinen in eine performerische Beziehung zu treten.
Den Leitfaden bildet die Auseinandersetzung mit dem Unumgänglichen, dem Tod. Eingeladen waren Kollegen aus den verschiedenen Zünften, die im Idealfall in Kommunion zueinander treten konnten und sollten.
 
DIE KIRCHE:
Unten: die Gruft - Ebenerdig: der Marktplatz - Oben: der Kirchenraum mit Lettner und Epitaphen, das Refektorium.
In der Gestalt des Lettners wurde die Arbeit im Verborgenen thematisiert, intimisiert, geheiligt und in der Performance wieder geöffnet, entkleidet und an den Pranger gestellt.
Hinter dem Lettner fanden die täglichen Handlungen der piussisters statt.
 
DER KALENDER:
5 tägliche Handlungen der piussisters hinter dem Lettner bereiteten auf den Höhepunkt vor: den Totensonntag.
Samstags die Ankunft von MC o.T. In der Nacht vor dem Totensonntag beschwört die Zelebration des Ölwechselrituals unter dem gewaltigen "Dies Irae" und "Lux Aeterna" der Schola Gregoriana (liturgisch für die Totenmesse bestimmt) den guten Übergang ins Andere.
Anschließend Meditation, Kontemplation, rituelle Tänze und Begegnungen in der BIKERBAR mit dem unverfehlbaren Stellverdreher DJ Wennedikt.
Am Totensonntag der martialische Abgang der Members of MC o.T., danach Performance Sibylle Burr, die mit unerbittlichem Reflektieren die Zeit anhält.
Abermals 5 tägliche Handlungen der piussisters hinter dem Lettner leiten über in die finale Lesung des "Brandner Kaspars" von Franz von Korbell mit Christian Koch zur Musik von Felix Muntwiler in der Gruft.
Das Projekt "DIES IRAE – keiner kommt hier lebend raus" findet seine Vollendung im ersten Advent mit "Polylog", einem Dramolett von und mit Michael Kessler und einem fragmentarischem Kreuzweg von Hans Hochradl zu Klanginstallationen von Sturclub und Felix Muntwiler. Das Thema wird in die Hoffnung des Advents und die Vorbereitung des großen Martyriums transzendiert.
 
DIE PROTAGONISTEN:
Regie/ Dramaturgie/ Bühnenbild etc.:
The Piussisters (Angela Hildebrandt und Petra Pfirmann)


 
Tägliche Handlung hinter dem Lettner: The Piussisters (Pia H: voc, rhythm. Pia P: bass, rhythm, voice)


 
Angela Hildebrandt: Epitaphe, Refektorium (Vice versa), Marktplatz (Devotionalien),Objekte


 
Petra Pfirmann: Gruft: Ölfilme (Jüngstes Gericht, Video), Übergänge, Marktplatz, Malerei


 
Eveline Konopka: Nahtoderscheinungen, Malerei


 
Elin Doka: Ölwechsel, Schola Gregoriana (11): Dies Irae, Lux Aeterna


 
MC o.T. (8): Martialischer Auftritt, Bikerbar


 
DJ Wennedikt: Sound Bikerbar


 
Sibylle Burr: Performance


 
Christian Koch: Der Brandner Kaspar, Felix Muntwiler: Musik


 
Michael Kessler: Polylog – ein Dramolett


 
Sturclub: wise noise: weises Gerausch


 
Hans Hochradl: Malerei: Kreuzthema

Pfirmann/Hildebrandt ©

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Kunstverein artgerechte Haltung Bildende Künstler Esslingen e.V. zu Gast im Bahnwärterhaus, Galerien der Stadt Esslingen am Neckar

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